Ola Stenegard zu Indian

BMW-Designer wechselt zur amerikanischen Marke:

Springfield, Massachusetts/USA – Ola Stenegard, ein innovativer Designer mit hoher Reputation in der Motorradwelt, wird neuer Direktor für Produktdesign bei Indian Motorcycle. In dieser Funktion nimmt der gebürtige Schwede eine zentrale Rolle für die langfristige Wachstumsstrategie der legendären US-Marke ein. Seine Passion für amerikanische V2-Bikes entwickelte Stenegard schon als Junge.

Die Indian Motorcycle Company hat Ola Stenegard als Director of Product Design verpflichtet. Der Schwede gilt als einer der führenden Köpfe im weltweiten Motorraddesign und war bereits als kleiner Junge fasziniert von großen amerikanischen V2-Bikes. Er blickt auf fast zwei Jahrzehnte Erfahrung im Produktdesign zurück und kreierte in seiner Karriere zahlreiche Motorräder, die rund um den Globus Begeisterung auslösten. Ola Stenegard vereint in seiner Arbeit gestalterische Einflüsse seiner schwedischen Heimat und eine fundierte Kenntnis globaler Designtrends. Damit bringt er die besten Voraussetzungen mit, um die weltweiten Wachstumspläne von Indian zu unterstützen.

„Ola war extrem erfolgreich darin, Marken in neue Produktkategorien zu führen und damit eine größere Bandbreite an Bikern anzusprechen. Das ist exakt das Ziel von Indian für die kommenden Jahre“, erklärt Steve Menneto, Präsident der Indian Motorcycle Company. „Designer mit Olas einzigartigem Erfahrungsschatz sind rar. Wir sind sehr glücklich, dass wir ihn in dieser aufregenden und wichtigen Phase unseres Unternehmens an Bord holen konnten.“

„Es gibt kaum Designer, die eine so breite und tiefgehende Erfahrung in der Motorradwelt mitbringen wie Ola“, unterstreicht Greg Brew, Director of Industrial Design bei der Indian Motorcycle Company. „Er wird unsere Designgruppe zweifellos massiv verstärken.“

Vor seinem Wechsel zu Indian leitete Ola Stenegard in den letzten 15 Jahren das Produktdesign von BMW Motorrad. Dort war er wesentlich für die Gestaltung der Motorräder verantwortlich, darunter die S 1000 RR, sein „erstes Baby“, und die BMW R-nineT. Obwohl sein beruflicher Schwerpunkt auf europäischen Bikes lag, gehörte seine Leidenschaft schon immer dem Design und dem Customizen amerikanischer V2-Maschinen.

„Ich bin absolut begeistert von der Möglichkeit, bei Indian Motorcycle etwas mitzugestalten – gerade jetzt, wo die Marke erfolgreich zu früherem Glanz zurückkehrt und so viel Gas gibt“, betont Ola Stenegard. „Keine andere Marke besitzt derart große Tradition im amerikanischen Motorradbau wie Indian. Es ist eine unglaublich reizvolle Aufgabe, auf Basis dieser Stärke die Marke weiter voranzubringen. Ich könnte mir keine bessere Ausgangslage wünschen.“

Als Junge wurde Ola Stenegard in seiner schwedischen Heimat von der Begeisterung seines älteren Bruders für Chopper und Hotrods angesteckt. Der sagte ihm ohne Umschweife: „Wenn du dich für Bikes interessierst, können es nur Chopper sein.“ Damit war der Grundstein einer lebenslangen Passion für das Gestalten und Customizen amerikanischer V-Twins gelegt. Schon mit sieben Jahren konnte Ola schweißen, er choppte und baute alles um, was er in die Hände bekam – von Fahrrädern bis zu Mopeds.

Mit 15 gewann Ola Stenegard bei seiner ersten Motorradausstellung in Stockholm gleich den ersten Preis für ein Moped, das er im Style des US-Designers Arlen Ness in einen Chopper verwandelt hatte. In den folgenden Jahren baute er zahllose Bikes um, von Café Racern bis zu Dirt Bikes. Vor allem aber widmete er sich vielen klassischen amerikanischen V-Twins.

Folgerichtig machte er seine Leidenschaft zum Beruf. 1994 schrieb er sich an der Stockholmer Hochschule für Kunst, Handwerk und Design in Stockholm ein. Nach drei Jahren wechselte er auf das renommierte Art Center College of Design im kalifornischen Pasadena und baute weiter Autos und Motorrädern um. An diese Zeit denkt er noch heute gern zurück, denn Südkalifornien bleibt für Ola Stenegard „das Epizentrum des Hotrod- und Custombike-Universums.“

Nach seiner Rückkehr an die Stockholmer Uni beendete er 1998 das Studium mit einem Master in Angewandter Kunst (Industriedesign). Nach diesem Abschluss startete Stenegard umgehend ins Berufsleben. Neben seiner Tätigkeit für Saab arbeitete er freiberuflich für Öhlins Suspension, Unique Custom Cycle und das MCM Magazine.

2001 wechselte Stenegard wiederum in die USA und schloss sich zum ersten Mal der Marke Indian an, die damals allerdings noch mit anderen Eigentümern in Gilroy (Kalifornien) ansässig war. Bei BMW Motorrad avancierte er ab 2003 innerhalb der folgenden 15 Jahre zu einem der einflussreichsten Designer. Der Schwede stieg bis zum Leiter des Fahrzeugdesigns auf und wirkte an praktisch jedem bedeutenden Modellprogramm dieser Ära mit. Er trug maßgeblich dazu bei, dass die Marke ins Blickfeld neuer Zielgruppen rückte. Über das Produktdesign hinaus beeinflusste Stenegard mit seiner Motorradleidenschaft und seiner fundierten Marktkenntnis auch das Motorrad-Marketing des Unternehmens. So entstanden auf Basis von Stenegards kreativem Input zahlreiche populäre Markting-Plattformen wie etwa die „Soulfuel“-Kampagne, die den Markstart der R-nineT begleitete.

In seiner Freizeit schraubt Stenegard nach wie vor mit viel Liebe an Choppern und anderen Custom-Projekten. Seine Kreationen schafften es im Lauf der Jahre in Hunderte von Magazinen rund um den Globus und bescherten ihm zahlreiche Awards bei den bedeutendsten Motorradshows der Welt – beispielsweise bei der AMD European Championship of Bike Building and Mooneyes in Yokohama. Mit diesen Erfolgen zog er als jüngstes Mitglied in die schwedische Motorcycle Hall of Fame ein.

Ola Stenegard und seine Frau Terese leben mit ihren Söhnen Isaac (18) und Grim (11) sowie Tochter Saga (14) auf einem Gestüt auf der Insel Gotland.

Fotos: Werk
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